Ein marokkanischer Kochkurs bringt inhaftierte Mädchen in der Justizvollzugsanstalt Aichach zusammen. Drei wohnungslose Frauen aus Pakistan, Syrien und Deutschland kochen gemeinsam in einer Wohnungslosen-WG ihre Lieblingsgerichte und singen und tanzen dabei. Zwei Frauen, die trotz Job in unserer Wohnungslosenunterkunft in Schwabing leben, backen mit uns gemeinsam einen Arabisch-Münchner Grieskuchen und träumen dabei von einem eigenen Restaurant.

Ein Jahr lang haben wir zusammen mit unseren ganz unterschiedlichen Klientinnen gekocht, zum 120-jährigen Jubiläum des SkF München e.V. ist daraus ein Kochbuch entstanden. Die Gerichte sind gesund und günstig, aber es geht natürlich um mehr, als satt zu werden. Kochen und Essen vermittelt in unseren 40 Einrichtungen, Fachdiensten und Angeboten für Frauen und Kinder in Notlagen ein Stück Zuhause und Zugehörigkeit, hinter jedem Rezept steht ein besonderer Mensch.

Unsere Unterstützungsangebote richten sich an wohnungslose und straffällige Frauen, zudem haben wir mehrere Frauenschutzhäuser. Wir arbeiten mit psychisch erkrankten Müttern und jungen Familien, mit Babys und Jugendlichen. Aber wir bieten unseren ganz unterschiedlichen Klient*innen eben nicht nur Beratung und oft auch ein Dach über dem Kopf, sondern versuchen über Angebote auch Kontakt herzustellen, gegenseitiges Verständnis zu schaffen und interkulturelle Hürden abzubauen – zwischen den Klientinnen, aber auch im Austausch mit Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen.

Jedes Gericht in diesem Kochbuch erzählt die Geschichte der Köchin und der Einrichtung, in der wir sie betreuen, damit sie irgendwann wieder auf eigenen Beinen steht. Viele unserer Klientinnen haben Gewalt und Armut erlebt, wurden stigmatisiert, ausgegrenzt und diskriminiert, haben traumatische Fluchterfahrungen gemacht, sind psychisch schwer belastet. Umso schöner ist es, wenn sie durch das Kochbuch nicht nur von ihrem Leid berichten, sondern auch ihre Fähigkeiten präsentieren können und so Selbstwirksamkeit erleben. Und am Ende steht eben nicht nur ein leckeres Essen auf dem Tisch, sondern in der Küche ist beim Plaudern oft auch ein Moment der Freude und Hoffnung entstanden, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe ganz nebenbei.

Vielleicht entdecken auch Sie beim Nachkochen und Stöbern, welche Verbindungen in der Küche und am Tisch entstehen können? Vielleicht erfahren sie beim Kochen, wie viel Leid, Gewalt bringen kann und wie es diese Frauen dennoch schaffen, sich ins Leben zurück zu kämpfen. Vielleicht kochen Sie auch einfach nur mit diesem Buch und tun sich mit einem gesunden Mahl selbst etwas Gutes! Wir wüschen in jedem Fall guten Appetit. Und vergessen Sie nicht: Gemeinsam schmeckt es am besten!