Mit dem Modellprojekt Lucia Eltern-Kind-Zentrum (ElKiZ) hat der SkF München e.V. ein drittes Hilfsangebot für diese Zielgruppe geschaffen. Besonders ist die ambulante Unterstützung mit (teil-)stationären Phasen bei Erhalt der eigenen Wohnung.

 

Das Lucia Eltern-Kind-Zentrum (ElKiZ) richtet sich an psychisch belastete Schwangere, Mütter und Eltern aus dem Stadtgebiet München. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem vielseitigen Modellprojekt nun unsere bestehenden Angebote Lucia Intensiv betreutes Wohnen (IBW) und Lucia Betreutes Einzelwohnen (BEW) für psychisch belastete Familien sinnvoll ergänzen können“, sagt Monika Schreiegg, Leitung des Bereichs Mutter und Kind beim SkF München e.V.

 

Der Bedarf ist groß: Nach wie vor gibt es nur Schätzungen, wie viele Kinder ein psychisch erkranktes Elternteil haben. Die Forschung geht von drei bis vier Millionen aus. Untersuchungen haben zudem ergeben, wie tiefgreifend Kinder von der Erkrankung ihrer Eltern betroffen sind.

 

Im Jahr 2000 war Lucia IBW die erste und einzige Einrichtung für psychisch erkrankte Mütter in Bayern – und damit noch ein Novum. Längst ist aus dem Modellprojekt eine dauerhafte Mutter-Kind-Einrichtung geworden mit 221 Bewohnerinnen bis heute und zahlreichen Erfolgsgeschichten. Und auch Lucia BEW, ursprünglich eine Nachbetreuung für die Mütter, hat sich als ambulantes Angebot für zehn Frauen mit ihren Kindern in eigenen Wohnungen in München etabliert.

 

Mit dem Eltern-Kind-Zentrum gibt es beim SkF München e.V. seit Juli 2026 ein drittes Angebot, das die Vorteile beider Einrichtungen kombiniert. Vielseitige Angebote und niedrigschwellige Zugänge sollen künftig eine schnelle und flexible Anbindung im Hilfesystem ermöglichen. Ein multiprofessionelles Team berät und begleitet die Familien und kann sie je nach Bedarf Zuhause besuchen, bei der Strukturierung des Alltags unterstützen oder Netzwerke aktivieren.

 

„Dies schafft psychische Entlastung, fördert die elterliche Erziehungsfähigkeit und unterstützt frühzeitig die gesunde Entwicklung des Kindes“, sagt Julia Barber, eine der beiden Leiterinnen des Modellprojekts. Besonders ist die ambulante Unterstützung mit (teil-)stationären Phasen. „Bislang ist das ein großes Problem: Viele Mütter und ihre Kinder verlieren ihr Zuhause, wenn sie zeitweise in einer stationären Einrichtung leben“, erklärt Julia Barber.

 

Bei unserem neuen Eltern-Kind-Zentrum soll das anders sein: Zwei Appartements können zeitweise bezogen werden bei Erhalt der eigenen Wohnung. Die Übergänge können so fließender gestaltet und die Unterstützung individuell auf die Bedarfe von Mutter und Kind abgestimmt werden.