Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, hielt die Festrede..

Seit 120 Jahren kümmert sich der SkF München um Frauen und deren Kinder in Notlagen. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Verena Dietl, Professorin Ursula Münch und zahlreichen Festgästen haben wir dieses Jubiläum nun festlich begangen.

 

„Wir haben Sie heute auch eingeladen, um Danke zu sagen“, erklärten Heidi Rösler, Vorstandsvorsitzende, und Bettina Nickel, Geschäftsführerin des SkF München, zur Begrüßung der rund 100 Unterstützer*innen, Kooperationspartner*innen und Wegbegleiter*innen. Anschließend berichteten sie von den Anfängen des Vereins, etwa dem ersten SkF-Frauenschutzhaus in der Rosenheimerstraße, das 1907 eröffnet und bald zu klein wurde. Oder von der Straffälligenhilfe, Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch Frauen wegen Geschlechtskrankheiten inhaftiert. „Heute stehen wir an der Seite von Frauen jedes Alters und in jeder Lebenslage. Wir wollen uns auch weiter für sie einsetzen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“

 

Für die Landeshauptstadt München überbrachte Verena Dietl die Glückwunsche. „Ich bin als Bürgermeisterin so froh, dass wir Sie in der Stadt haben und dass wir gemeinsam so viel dafür tun können, dass Frauen unseren Schutz bekommen und wir sie hier bestmöglich unterstützen können.“

 

Für das Erzbistum München und Freising war Richard Stefke, Ressortleiter Caritas und Beratung, gekommen und würdigte die „Erfolgsgeschichte“ des SkF, die auch dank „starker Frauen“ und „ausgezeichneter Arbeit“ gelungen sei: „Mit Ihrem Einsatz schenken Sie Lichtblicke und Hoffnung und setzen sich für Nächstenliebe und Menschenwürde ein.“

 

Um Menschenwürde als Kompass des gesellschaftlichen Miteinanders ging es auch in der bewegenden Festrede von Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing. Ohne die Arbeit, die Belastbarkeit, die Freude der Frauen hier wäre die Gesellschaft härter und kälter, sagte sie mit Blick auf das Erstarken völkischer Tendenzen.

 

„Mit Ihrem Einsatz helfen Sie nicht nur der einzelnen Frau in Not, Sie leisten viel mehr: Sie leisten einen fundamentalen Beitrag zum demokratischen Verfassungsstaat, Sie überwinden soziale Distanz, Sie schaffen Schnittmengen zwischen Politik, Kirche, Gesellschaft, Sie setzen der gefühlten Ohnmacht der Einzelnen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit entgegen. Wer selbst anpackt und gestaltet verfällt nicht, und das ist empirisch nachweisbar, in den Fatalismus der passiven Nörgler an digitalen Endgeräten.“ Somit sei die Würde des Menschen eben keine hohle Phrase in der Verfassung, sondern ein gelebtes Versprechen an jeden und jede Einzelne. „Dafür meinen herzlichen Dank.“

 

Zu den Gästen zählten unter anderem auch Sozialreferentin Dorothee Schiwy, Prof. Dr. Birgit Schaufler, Präsidentin der Katholischen Stiftungshochschule (KSH), Caritasdirektor Prof. Dr. Hermann Sollfrank und Gabriele Stark-Angermeier, Vorständin im Caritasverband, Dr. Ian-Tsing Joseph Dieu, Generaldirektor der Taipeh-Vertretung in München, Gudila Prinzessin von Bayern, Frater Emmanuel Rotter OSB von der Abtei St. Bonifaz und Schwester Cosima, langjährige Provinzialoberin der Mitteleuropäischen Provinz der Congregatio Jesu.

 

Dr. Claudia Pfrang, Direktorin der Domberg Akademie, sprach ein Geistliches Wort. Mit Blick auf die Zukunft erklärte sie: „Es braucht weiter einen Verband wie den SkF, der die Situationen der Frauen sichtbar und ihre Stimmen hörbar macht. Dazu gehört auch: lästig zu sein, keine Ruhe zu geben, Ungleichbehandlungen und Diskriminierung aufzuzeigen."

 

Durch den Abend führte Vorständin Alma Thoma. Für die musikalische Begleitung sorgten die Soul Sisters. Anschließend ließen die Festgäste den Abend bei einem Buffet und spannenden Gesprächen in der SkF-München-Zentrale in der Dachauer Straße ausklingen.

 

Der Festakt war nicht die letzte Veranstaltung in diesem Jahr: Im November präsentiert der SkF München e.V. anlässlich 120 Jahre Einsatz für Mädchen und Frauen und 10 Jahre Frauenhäuser gemeinsam mit der KSH die Ausstellung “Häusliche Gewalt LOSwerden“ des Bayerischen Ministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Von 20.11 bis 17.12. 2026, immer montags bis freitags, 7 Uhr bis 20.30 Uhr können Besucher*innen diese im Ellen-Ammann-Gebäude in der Preysingstraße 95 in München-Haidhausen kostenlos besichtigen.