In der Westendstraße 35 haben langjährig wohnungslose Frauen ein Zuhause gefunden. Ein Jahr nach der Eröffnung des Hauses präsentieren die Bewohnerinnen Bilder, die bei einer Kunsttherapie entstanden sind.
Unsere Lebensplätze funktionieren nach dem Housing-First-Prinzip: Erst kommt die Wohnung, dann der Kontakt mit den Berater*innen vor Ort, dieser ist zudem freiwillig. Immer wieder gibt es deshalb Angebote wie etwa die Kunsttherapie, bei der im vergangenen Jahre tolle Bilder entstanden sind.
Mit den Kunstwerken haben die Bewohnerinnen ihre Traumata verarbeitet und gleichzeitig Kreativität, Lebensfreude und Gemeinschaft in der Gruppe erlebt. Entstanden sind ganz unterschiedliche und sehr künstlerische Werke. In ihrem Bild gehe es darum, was ihr gegen Einsamkeit helfe, berichtet eine der Künstlerinnen. Eine andere Bewohnerin hat mit viel Fantasie und ganz unterschiedlichen Materialien Fische, Eulen und Landschaften erschaffen.

„Danke, dass Sie uns Ihr Vertrauen schenken und Ihre Werke und damit Ihre Perspektive auf die Welt mit uns teilen, solche Bilder sind ja sehr persönlich“, sagte Lebensplätze-Leiterin Carmen Schwend bei der Eröffnung vor zahlreichen Gästen. Die Kunstwerke verschönern künftig die Flure in der Einrichtung und erzählen dort vom Mut der Bewohnerinnen.
Das Projekt Kunsttherapie soll in den nächsten Monaten weitergehen, die Künstlerinnen haben sich das gewünscht. Weil auch das ist besonders an den Lebensplätzen: Die langjährig wohnungslosen Frauen bekommen hier einen echten Mietvertrag und können, anders als in einer Notunterkunft, bis zum Lebensende bleiben.